LIEGT´S AM MANN?

Unfruchtbarkeit beim Mann

Oftmals liegt das Problem beim Mann

Einer Schätzung zufolge sind etwa 15 Prozent der Paare in Deutschland ungewollt kinderlos. In 40 Prozent dieser Fälle liegt der Grund für den unerfüllten Kinderwunsch beim Mann. Gesellschaftlich gesehen ist die Sterilität des Mannes ein heikles Thema. Dennoch ist es wichtig, dass auch der Mann untersucht wird.

Am häufigsten gründet die Unfruchtbarkeit des Mannes auf eine schlechte Spermienqualität. Dabei ist die Form oder Beweglichkeit nicht normal, weswegen eine Befruchtung erschwert oder unmöglich wird. Sehr oft führen Alkohol- oder Drogenmissbrauch zu solchen Abweichungen. Ein weiterer möglicher Grund für Sterilität beim Mann sind verlegte Samenwege. Beim Samenerguss gelangen die Spermien nicht mehr durch die Penisöffnung nach außen. Stattdessen werden sie beispielsweise in die Harnblase umgeleitet.
Unfruchtbarkeit Mann

Erektile Dysfunktion und Co.

Für die Unfruchtbarkeit des Mannes gibt es wenige Symptome. Ein sicheres Zeichen ist in vielen Fällen aber die erektile Dysfunktion. Bei dieser gestörten Erektionsfähigkeit, kommt es nicht mehr zum Geschlechtsakt. Das Anschwellen des männlichen Gliedes ist verhindert und es kann in Folge dessen nicht zur Befruchtung kommen.

Wichtig ist, dass der Mann dem Arzt alle möglichen Symptome benennt. Dazu gehören Veränderungen der Hoden, aber auch starke Gewichtsschwankungen. Verschiedene Infektionskrankheiten können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Dazu zählen Mumps, Harnwegsinfektionen und sexuell übertragbare Krankheiten. Selbst wenn die Infektionen bereits vor langer Zeit aktuell waren, kann dies die Funktion und die Form der Spermien nachhaltig beeinträchtigen.

Es gibt diverse körperliche Anzeichen, die der Mann selbst bei sich feststellen kann und solche, die nur ein Arzt diagnostizieren kann. Hodenschwellung, Hodenhochstand, Varikozele und Refertilisierung müssen adäquat behandelt werden.

In manchen Fällen sind erbliche Faktoren für den unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich. Kam es bereits in der Familie zu Problemen mit der Fruchtbarkeit, muss der Arzt informiert werden, damit dieser entsprechende Blutuntersuchungen durchführt, um evtl. eine Anomalie des Erbguts auszuschließen.

Unfruchtbarkeit beim Mann – Untersuchungen

Ursachenforschung des Arztes

Wenn ein Paar über ein Jahr vergeblich versucht, Kinder zu bekommen, dann ist eine Fruchtbarkeitsuntersuchung bei Mann und Frau notwendig. Fruchtbarkeitsstörungen beim Mann spielen häufig eine Rolle, weswegen ein Urologe oder Androloge aufgesucht werden muss.

Der behandelnde Arzt wird nach möglichen Ursachen suchen, welche die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen. Dabei wird der Gesundheitszustand allgemein überprüft. Bei einem Gespräch wird der Arzt nach weiteren Anzeichen suchen. Bei dieser Untersuchung werden Nebenhoden, Hoden, Prostata und Bläschendrüsen durch Abtasten begutachtet. Die inneren Teile der Geschlechtsorgane, Harnwege und Prostata werden außerdem per Ultraschall untersucht.

Auch die Samenzellen werden beurteilt. Dabei muss der Mann nach drei Tagen Enthaltsamkeit eine Probe des Ejakulats abgeben. Gewonnen wird dies durch Masturbation. Untersucht werden die Spermien dann sofort darauf auf Menge, Form, Beweglichkeit und Vorhandensein. Auch muß ein Hodenkrebs ausgeschlossen werden, sonst wäre eineKrebstherapie erforderlich. Ruhig bleiben: Die meisten Fälle von Unfruchtbarkeiten entspringen nicht einem Hodenkrebs als Ursache.

Analyse der Spermienqualität

Unter dem Mikroskop beurteilt der Arzt die Qualität der Spermien und erstellt anhand der Ergebnisse ein Spermiogramm. Im Abstand von etwa drei Monaten muss diese Untersuchung wiederholt werden, denn die Spermienqualität kann innerhalb kurzer Zeit stark schwanken. Ein normaler Befund weist mehr als 50% bewegliche und 25% schnell bewegliche Spermien auf. Dabei sollten je Milliliter mindestens 20 Millionen Samen vorhanden sein. Normal ist zudem ein Spermavolumen von mindestens zwei Milliliter.

Sind nur sehr wenige Spermien vorhanden, dann wird der Arzt eine Hormonuntersuchung durchführen. Damit wird nachgewiesen, ob gewisse Hormone ausreichend gebildet werden, die für die Produktion gesunder Spermien notwendig sind. Störungen im Hormonhaushalt können durch eine Hormonwertbestimmung nachgewiesen werden.

Ebenso kann eine Hodenbiopsie gemacht werden, wenn zu wenige Spermien nachgewiesen wurden. Dabei handelt es sich um eine Gewebeprobe aus den Hoden. Der Arzt stellt dabei fest, ob der Körper Sperma produziert. Die Gewebeproben aus den Hoden werden unter dem Mikroskop untersucht, nachdem sie unter Betäubung entnommen wurden. Um Komplikationen zu verhindern, müssen die Hoden hinterher hoch gelagert werden.  Um bei einer geringen Samenanzahl eine genetische Abweichung auszuschließen, kann eine Blutuntersuchung im Labor auf erbliche Störungen untersucht werden.