GRUNDLAGEN DER FORTPFLANZUNG

Zeugung wird durch Lust gesteuert, und niemand wird wohl im entscheidenden Moment darüber nachdenken, dass ein höchst komplizierter Prozess in Gang gesetzt wird. Doch der Weg zum Kind erfordert für beide Partner einige Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um den Weg zu beschreiten, an dessen Ende ein Baby zur Welt gebracht wird.

Erste Voraussetzung ist die absolute Funktionalität der Geschlechtsorgane von Frau und Mann. Nur so ist gewährleistet, dass Eisprung und Befruchtung ermöglichen, dass sich ein Embryo perfekt in der Gebärmutter einnisten kann. Statistiken belegen, dass es bei lediglich 25 Prozent aller fruchtbaren Paare tatsächlich zu einer Schwangerschaft kommt. Unter den restlichen 75 Prozent befinden sich die Paare, die aufgrund unterschiedlichster körperlicher Defizite keine Kinder bekommen können. Die Ärzte sprechen dann von Sterilität (Unfruchtbarkeit) oder Infertilität (eingeschränkte Fruchtbarkeit).

Unfruchtbarkeit von Männern und Frauen ist prozentual gleich

Dass überwiegend Erkrankungen bei Frauen Ursache sei, wenn sich ein Kinderwunsch nicht erfüllt, ist ein Vorurteil, das sich trotz besseren Wissens hartnäckig hält. Die Unfruchtbarkeit von Frauen und Männern hält sich in etwa die Waage, das zeigen Statistiken eindeutig. Deshalb muss grundsätzlich eine ärztliche Analyse beider Partner vorgenommen werden.

Um dies auch alles nachvollziehen zu können, sollte man zumindest über Grundlagenkenntnisse der Zusammenhänge und Funktionen des weiblichen und männlichen Fortpflanzungssystems verfügen. Nur so können betroffene Paare verstehen, was eine Fruchtbarkeitsbehandlung bedeutet und beinhalten muss.

Die weiblichen Geschlechtsorgane

Vagina, Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter sind die weiblichen Geschlechtsorgane. Während des Menstruationszyklus verändern sich die Funktionen der Gebärmutter und Eierstöcke, sie produzieren Hormone, die während des Zyklus die Kommunikation der Geschlechtsorgane und der Hirnanhangsdrüse untereinander steuern,

Etwa zwei Wochen nach dem Einsetzen der Monatsblutung kommt es zum Eisprung, bei den meisten Frauen am 14. Tag. Die Zeit der Zeugung ist gekommen.

Die männlichen Geschlechtsorgane

Penis, Hoden, Nebenhoden, Samenleiter, Samenbläschen und die Prostata zählen zu den Geschlechtsorganen des Mannes, auch sie werden von der Hirnanhangsdrüse gesteuert.

Neben der Vermittlung von Lustgefühlen ist der Geschlechtsakt im Prinzip der Startschuss zur Fortpflanzung, also zur Zeugung neuen Lebens. Hierbei wird das Sperma in den hinteren Teil der Scheide transportiert, um schnell den sogenannten Zervixschleim des Gebärmutterhalses zu erreichen. Hier können Spermien bis zu drei Tage überleben und beginnen den letzten Teil ihrer Reise hinein in die Gebärmutter und dann in die Eileiter, dem Treffpunkt von Spermien und und der vom Eierstock ausgestoßenen Eizelle – die Befruchtung beginnt.

Nur ein Spermium schafft es

Nur einem einzigen Spermium gelingt es jedoch, in die Hülle der Eizelle einzudringen, die damit befruchtet ist. Während der Wanderung durch den Eileiter beginnt bereits der erste Entwicklungsschritt, denn nach etwa 16 Stunden verschmelzen Eizelle und Spermium, ein neuer Zellkern entsteht, der das Erbgut des Spermiums in sich trägt.

Um die 30 Stunden später beginnt die Zellteilung des Embryos, und es entsteht in einem Hohlraum eine sehr kompliziert zusammengesetzte Schicht (beispielsweise das Gewebe des Mutterkuchens und eine Masse aus Zellen) in der sich dann der Fötus entwickelt – der eigentliche Beginn einer Schwangerschaft.